Nach dem Google-Absturz: Soll ich für einen Blackout horten?

Nach dem Super-GAU von Tschernobyl im Jahr 1986 hat meine Mutter Vorräte zu Hause angelegt. Lebensmittel, Wasser, Medikamente und andere Dinge, die im Notfall benötigt werden, wenn man theoretisch mehrere Tage oder gar Wochen die Wohnung nicht verlassen kann. Ein riesengroßer Kasten im Vorzimmer war vollgefüllt bis oben hin, was eine vierköpfige Familie samt Haustieren so braucht. In meinem Küchenschrank (Stand 17.8.): drei Packungen Nudeln, ein paar Gewürze, Süßstoff. Im Kühlschrank kommen Ketchup, Butter, zwei Dosen Bier und Vodka dazu. (Das Pesto hat sich wohl aus dem genießbaren Zustand längst verabschiedet). Das war’s. Keine Rationen, um es länger als wenige Tage eingeschlossen in der Wohnung auszuhalten.

Wie hängt das mit dem (zeitlich sehr begrenzten) Google-Ausfall zusammen? Direkt mal gar nicht. Fünf Minuten kein Gmail, so what? Aber der Vorfall bringt mich zum Nachdenken, dass viele (automatisierte) Systeme, die zum Funktionieren des Alltags notwendig sind, keineswegs ausfallssicher sind. Ob Naturkatastrophen, feindliche Angriffe oder Sanktionen der Staatsführung: Stromnetz, Wasser, Gas oder Internet-Versorgung sind nichts, das nicht plötzlich zusammenbrechen kann.

Klar, ein globaler, Kontinent-überspannender oder auch nur nationaler zeitgleicher Komplettausfall dieser Systeme ist unwahrscheinlich. Dass die Versorgung einer Region oder Stadt zumindest für einen gewissen Zeitraum unterbrochen werden kann, schon eher im Bereich des Möglichen.

Ich habe überlegt und bereits niedergeschrieben, was ich bei einem Ausfall dieser Systeme – ob einzeln oder alle gleichzeitig – machen bzw. nicht machen könnte. Ich habe den Text wieder gelöscht, weil ich eingestehen muss, da ich das Ausmaß kaum kenne.

Vielleicht nutze ich den leeren Raum in meinen Küchenkästen nun eventuell doch etwas vorausschauender. Panik ist nicht angesagt. Aber ebenso wenig scheint es klug, alles für selbstverständlich hinzunehmen. Das zeigen auch schon harmlose, nicht systemkritische Ausfälle wie bei Google.

Es muss ja nicht gleich der nukleare Winter sein, auf den man sich vorbereitet. Ein kleiner Zombie-Ausbruch würde auch schon reichen.

 

Advertisements

Ein Gedanke zu „Nach dem Google-Absturz: Soll ich für einen Blackout horten?

  1. ich hab vor Kurzem das Buch „Blackout“ von Marc Elsberg gelesen, das könnte dir auch gefallen, da wird ein Komplettausfall diverser Systeme und die dramatischen Folgen beschrieben.. sehr plakativ weils doch ein Belletristik-Buch ist, aber bringt auch zum Nachdenken..
    ciao Markus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s