Protest gegen Conchita Wurst ist doch nicht homophob, oder … ?

Doch, ist er. Kurz worum es geht: der ORF schickt den Travestiekünstler Thomas Neuwirth, besser bekannt als Conchita Wurst, 2014 zum Song Contest nach Dänemark. Auf Facebook wurde daraufhin die Seite „NEIN zu Conchita Wurst beim Song Contest“ gegründet. Dort wird kritisiert, dass es keinen Wettbewerb mit mehreren KandidatInnen samt Publikumswahl gegeben hat. Eine Petition wurde gestartet.

Das Anliegen der Facebook-Seite bzw. der Petition mag sich in erster Linie gegen den ORF wenden. Viele Unterstützer entrüsten sich, wie das denn sein kann, dass hier einfach mir nix, dir nix jemand zum Song Contest ausgesucht wird, ohne dass das Publikum Mitspracherecht hätte. Aber die Kommentare dort sind zum Teil auch sehr homophob.

Man muss sich die Frage stellen, ob ein weniger auffallender Künstler ebenso starke Emotionen hervorrufen würde. Vermutlich nicht. Man möchte ob eines so vehementen Aufschreis fast meinen, dass den Menschen das Wahlrecht auf ihre politischen Vertreter entzogen wurde.

Aber es geht „nur“ um den Song Contest. Ein Ereignis, das ansonten oft belächelt wird. Nur bei Conchita Wurst wird es plötzlich bierernst. Da finden sich über 39.000 Unterstützer. Der Ruf nach Demokratie ist in vielen anderen Bereichen deutlich weniger ausgeprägt. So wird schnell klar, dass es die Person ist, gegen die protestiert wird.

Der Zorn richtet sich nicht gegen den ORF. Sondern gegen eine Person, die zu ihrer Homosexualität steht und mit Geschlechterrollen kokettiert. Zu viel für den gelernten Österreicher.

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