Best-of dümmste Argumente gegen das Binnen-I

„… wir Deutschen haben die Erfahrung gemacht, dass es nie zum Vorteil war, wenn der Staat dem Volk die Schreib- und Sprechweise vorschreiben wollte.“ – (Bastian Sick auf die Frage der Wiener Zeitung, ob Gendern in Deutschland ein so großes Thema sei wie in Österreich.)

Dumm weil: Rechtschreibung unterliegt nunmal Vorschriften, auch in Deutschland. Sonßt Könte mann Auch, soo Schreiben“.“ Kreativ, aber beim Durchlesen von Versicherungspolizzen vielleicht dann doch etwas zu kreativ.

„MitgliederInnen sind hässlich.“ (Wieder Bastian Sick im Interview mit der Wiener Zeitung.)

Dumm weil: das sprachliche Gendern hier (meiner Meinung nach) sowieso falsch angewendet wird, da das Wort Mitglied sächlich ist. Beim Gendern geht es aber darum, dass die männliche Form nicht automatisch auch die weibliche inkludiert. Eine Sache ablehnen, nur weil irgendwer, irgendwo, irgendwann einen Blödsinn fordert, ist blöd.

Frauen sind mitgemeint. 

Dumm weil: Frauen keine Subspezies der männlichen Bevölkerung sind und Männer wohl umgekehrt auch nicht mit „Bürgerinnen“ mitgemeint werden wollen.

Habt ihr keine ärgeren Probleme?

Dumm weil: nicht jeder erst den Nahost-Konflikt lösen kann, bevor man sich „weniger wichtigen“ Problemen zuwendet. Und wer entscheidet welches Problem wichtiger ist? Die Kirche, die Regierung, Bastian Sick?

Eine Minderheit (linker Kampfemanzen) drückt der Mehrheit ihre Meinung auf. 

Dumm weil: bei Änderungen der Rechtschreibung und Grammatikregeln sonst auch von einer Minderheit entschieden werden. So wie Gesetze oder die Eissorten beim Tichy.

Das Binnen-I stört den Lesefluss. 

Dumm weil: man sich auch andere Lösungen überlegen könnte, wenn es nur um den Lesefluss geht. Elendslange zusammengesetzte Hauptwörter können auch den Lesefluss stören. Eine ähnlich aufgeheizte Debatte gegen den Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän ist mir aber noch nirgends untergekommen.

Man kann Sprache, Schrift und Schreibweisen nicht so einfach ändern.

Dumm weil: wer kann noch Kurrent lesen, geht auf den Abort oder thenkt an sein herzeliebez vrouwelin?

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7 Gedanken zu „Best-of dümmste Argumente gegen das Binnen-I

  1. Haha! Sehr schöne Statements zu den dummen Aussagen gegen das Binnen-I! Leider werden solche Argumentationen immer benutzt, wenn eine diskriminierungsminderne Maßnahme vorgeschlagen wird. Bei der N-Wort Debatte gab es ja auch die krudesten Argumentationen. Aber es ist wohl immer die Angst vor dem Neuen.

  2. Die dümmsten Argumente gegen das BinnenI zeigen den Starrsinn in der Debatte auf. Ob Frauen „mitgemeint“ sind oder nicht, obliegt nicht allein dem Aussender einer Botschaft. Wer sich auf solch engstirnige Argumente stützt, wird im Laufe der Zeit die Mehrheit der 90% – welche sie glauben hinter sich zu haben – verlieren.

  3. „Rechtschreibung unterliegt nunmal Vorschriften, auch in Deutschland“

    Trifft nicht zu – die Sprache ist in Deutschland nicht auf Bundesebene geregelt – und was in der Schule gelehrt wird, ist Ländersache. Ein Bindendes Regelwerk für die deutsche Sprache gibt es in Österreich mit dem ÖWB, aber in Deutschland nicht – und nein, der Duden gilt nicht, dem wurde dieser Status vor Jahren schon aberkannt – der ist nur eine Privatveranstaltung, der einfach sammelt aber nichts regelt.

    Ansonsten sind die Argumente aber stichhaltig – allerdings lässt sich bei allem wieder ein Aegenargument finden 🙂

  4. Das Gegenargument zum Lesefluss ist dumm weil:
    Das Binnen-I kommt wesentlich häufiger vor (wenn man es denn einsetzt), als das antiquierte und eigentlich auch zu seinen hochzeiten sehr selten eingesetzte Donau….

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