Soll ich dem Troll auf Twitter antworten? Ein Guide

Sexismus, Homophobie, Rassismus sind auch leider 2015 noch immer nicht ausgestorben. Teilweise watet man auf Twitter, Facebook und in Foren durch solche Kommentare wie durch eine übergelaufene Senkgrube. Aber soll man antworten? Der Versuch eines Leitfadens.

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Warum echte Nicht-Promi-Trolle ignorieren? Ein Troll lebt von Aufmerksamkeit, lässt man sie ihm zukommen, trollt er noch weiter. Nichts ist schlimmer für eine Person, die dringend um Aufmerksamkeit heischt, als sie ihr nicht zu gewähren.

Warum in der Öffentlichkeit bekannte Personen sowie jene mit Vorbildfunktion nicht ignorieren, sondern zur Rede stellen? Natürlich gibt es auch unter Politikern etc. echte Trolle, diese haben sich für ihr Verhalten in der Öffentlichkeit meiner Meinung aber sehr wohl zu rechtfertigen. Werden sie ignoriert, wird ihr Handeln gebilligt. In dem Fall ist Schweigen meiner Meinung nach der falsche Ansatz. Man kann argumentieren, dass sie so noch mehr Aufmerksamkeit bekommen, aber speziell Nationalratsabgeordnete oder populäre Musiker haben finde ich eine Verantwortung für ihr Handeln und müssen sich für solche Entgleisungen erklären.

Alle anderen Personen, die etwas Sexistisches, Homophobes oder Rassistisches von sich geben, sonst aber nicht durch Getrolle auffallen, sollte man meiner Meinung nach ebenfalls fragen, was das soll. Es kann durchaus sein, dass es sich um Gedankenlosigkeit gehandelt hat. Klärt man Leute nicht auf, was einen an ihren Aussagen stört, kann es schon sein, dass sie gar nicht wissen, dass sie jemanden beleidigt haben. Kommt vermutlich selten vor, aber eine Chance haben sie zumindest verdient. Danach kann man sie immer noch ignorieren.

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Pixels: Der sexistischste Film des Jahres

Adam Sandler und Kevin James in den Hauptrollen hätten mir eigentlich eine Warnung sein müssen, dass Pixels keine Offenbarung sein wird. Ich habe ihn trotzdem geschaut und meine Vermutung, dass dieser Film schlecht sein wird, wurde nicht enttäuscht. Allerdings waren daran weniger die unterirdischen Schauspielkünste Sandlers schuld, sondern das haarsträubende Frauenbild.

Pixels ist eine Komödie, in der Aliens die Videoaufnahme eines Arcade-Gaming-Wettbewerbs aus dem Jahr 1982 in die Finger bekommen, und sie als Kriegserklärung verstehen. In der Gegenwart kommen die Invasoren dann als Videospielfiguren auf die Erde – Galaga, Centipede, Pacman und Donkey Kong greifen an. Klingt so weit ganz lustig und ist optisch auch recht nett umgesetzt. Wären da nicht die Frauenfiguren. Insgesamt gibt es vier, das ist zwar immerhin mehr als in manch anderen Filmen, aber wie sie gezeigt werden, ist haarsträubend.

Nr 1: Die First Lady. Nicht weiter bemerkenswert, perfekt gestylt usw. und für die Handlung unerheblich.

Nr 2: Die britische Premierministerin. Kleiner Pluspunkt, dass es eine Frau ist. Dafür, dass sie kein Modelpüppchen ist, bekommt sie von Kevin James aber gleich ihr Fett weg. Sie erzählt, dass ihr Mann ihr eine Tasse mit „sexiest premier“ (oder so ähnlich) geschenkt habe. James antwortet darauf, dass der wohl etwas in ihr sehe, das andere nicht sehen. Das Aussehen einer durchschnittlichen Frau wird zum Lacher. Über das Übergewicht von Kevin James wird natürlich nicht gewitzelt.

Nr 3: Eine klassische MILF, die zwar einen „Männerjob“ bei der Army macht, dafür aber auch von ihrem Ehemann für eine jüngere verlassen wurde und heulend und saufend im Wandschrank hockt. Bis sie von Adam Sandler erlöst wird, der ihr aber auch vorwirft ein Snob zu sein, weil sie sich von ihm nicht bei erster Gelegenheit küssen lassen will. Er vermutet, dass sie williger wäre, wenn er Millionär und kein erfolgloser IT-Techniker mit ungeputzten Zähnen wäre. Darauf weiß die Frau natürlich nichts zu erwidern. Aufgeblattelt! Jetzt haben sie es den großkopferten Frauen, die Karriere machen, aber gezeigt.

Nr 4: Lady Lisa, eine weibliche Spielefigur mit Playboy-Bunny-Figur und -Outfit, die von einem der „Helden“ angehimmelt wird. Am Ende verwandelt sie sich in eine echte Frau, oder eher eine lebende Gummipuppe. Text hat Lady Lise nicht, sie sagt im Film kein einziges Wort. Zuerst droht sie sich noch gegen die Avancen zu wehren, dann gesteht der Nerd ihr seine Liebe, sie lässt die Schwerter und die Selbstachtung fallen. Kuss, keine Widerrede und am Ende gebärt sie einen Haufen Kinder.

Der Film zeigt gleichzeitig auch ein entsetzliches Männerbild. Gamer als ekelhafte, unattraktive, geistig entrückte Loser, die sich als ultimative Trophäe nur eine geile Braut wünschen. Wer sich bei so einem sexistischen Scheißdreck amüsiert soll bitte ins Jahr 1982 zurückgeschossen werden.

Die wundersamen Argumente der Ausländerfeinde

Die Flüchtlinge machen im Lager so viel Dreck!
Die Flüchtlinge dürfen ihren eigenen Dreck wegräumen?!

Nehmt doch selber einmal einen Flüchtling auf!
Und kommst dir jetzt gut vor, weil du einen Flüchtling aufgenommen hast?

Ausländer nehmen uns die Arbeit weg!
Ausländer arbeiten ja nichts!

Die Flüchtlinge sollen nicht vor den Terroristen flüchten, sondern kämpfen!
Die Flüchtlinge sind ja alles Terroristen!

Die Flüchtlinge sind gar nicht so arm, die können sich Smartphones leisten!
Zu uns kommt doch nur der ärmste, ungebildete Teil der Bevölkerung!

Die Flüchtlinge sollen schauen, dass sie selbst zurecht kommen!
Wer passt auf, was die Flüchtlinge den ganzen Tag treiben?

Ich bin nicht ausländerfeindlich!
Aber die Ausländer haben hier nichts verloren!

Maul aufreißen!

Die haarsträubende Unterbringung vieler Flüchtlinge in Österreich hat in den vergangenen Wochen dazu geführt, dass viele Organisationen, Medien, Vereine und auch Privatleute Spendenaktionen gestartet haben. Kleidung, Hygieneprodukte, Spielzeug für Kinder, Schlafsäcke, ein bisschen Ablenkung und Abkühlung. Überschattet wurden und werden die Aktionen teilweise von Personen, die es denen aus Kriegsgebieten geflüchteten Menschen zu neidig sind, dass sie ein paar alte Kleidungsstücke und ein bisschen Wasser bekommen. In diversen Foren und auf Facebook wir gegeifert, dass man selbst auch nichts geschenkt bekäme, dass doch die Österreicher zuerst kommen sollten oder wie unfair es nicht sei, dass man aufgrund des Wassermangels sein Auto nicht waschen dürfe, aber die geflüchteten Kinder im Wasser pritscheln dürften. (Weil letzteres „Argument“ so unglaublich ist – hier der Beweis)

Dummheit, Hass und Arroganz sind laut und man findet sie überall. Wenn man Flüchtlingen etwas schenkt. Wenn Frauen klarstellen, dass „Pograpschen“ kein Bubenstreich ist, sondern ein sexueller Übergriff. Wenn homosexuelle Paare gleiche Rechte wie heterosexuelle Paare fordern. Darum ist es an der Zeit, dass die Gegenstimmen auch lauter werden. Der Hass in Foren und Postings wirkt nur deshalb so überbordend, weil sich Andersdenkende oft eingeschüchtert fühlen, nicht Ziel verbaler Attacken werden wollen oder einfach resigniert denken, dass es ohnehin nichts bringt. Ein Teufelskreis genannt Schweigespirale.

Also reißt euer Maul auf und tippt gegen die Dummheit an! Und zeigt allen Rassisten, Frauenhassern, Homophoben und andere Idioten, dass sie nicht die Mehrheit sind.

Geld für gleichgeschlechtliche Ampelmännchen

63.000 Euro sollen die gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen kosten. Die FPÖ klagt, die Krone kampagnisiert mir (ich verlinke die Krone-Artikel dazu absichtlich nicht, wer will soll selbst danach googeln). Auf der Seite „Offener Haushalt“ kann man sich übrigens ansehen, wofür unseren Steuern so in etwa ausgegeben werden.

2013 wurden in Wien zum Beispiel 2,6 Millionen Euro für „Ehrungen und Auszeichnungen“ ausgegeben. Nur so als Denkanstoß, wo Steuerausgaben als Verschwendung kritisiert werden und wo nicht.

 

Beim Herrn Doktor am Fließband

Zum Glück muss ich nicht so oft zum Arzt. Ab und zu dann halt schon und in letzten Zeit ein paar Mal öfter. Und das war dann in etwa so.

Arzt A: „Frau Riegler, hatten sie einmal die Operation XY“?
Ich: „Ja“
Arzt A: „Wie lang ist das denn her?“
Ich: „Ca. 5 Jahre“
Arzt A tippt was in den PC: „Verstehe“.
Ich denke: „Wieso haben Sie das nirgends im Computer, es war bei Ihnen?!“

Arzt B nach 1 Minute im Mund herumtasten: „Ich fürchte, das ist etwas ganz Seltenes, da wird Ihnen sehr viel Zahnsubstanz verloren gehen und ohne richtige Anästhesie werden Sie morgen höllische Schmerzen haben.“
Ich, zitternd: „Können die Schmerzen nicht doch mit dem Schnupfen zusammenhängen?!
Arzt: „Achso, ja gehen Sie mal zum HNO.“

Arzt C (der HNO) fragt wie ein Roboter nach Symptomen, fuchtelt nebenbei in meiner Nase herum, schreibt mir Medikamente auf.
Ich: „Ääääaaahhhhhiiiiieeeeechz würg“
Arzt C, in einem Anflug von Interesse: „Was machen Sie denn beruflich.“
Ich: „Ich bin Journalistin:“
Arzt C schaut mich erstmals wie einen Menschen und nicht wie Virenschleuder an: „Oh, interessant, wo denn?“

Gehilfin von Arzt D: „Also was habens denn?“
Ich erzähle meine Rückenschmerzgeschichte.
Gehilfin von Arzt D tippt alles in den PC und geht.
Arzt D kommt ins Zimmer: „Also was habens denn?“
Ich erzählt exakt das selbe nochmal.

Ich will nicht übermäßig viel über das Gesundheitssystem jammern, immerhin bin ich versichert und die medizinische Versorgung in Wien ist gut. Aber trotzdem wäre es schön, nicht wie ein Werkstück am Fließband behandelt zu werden. Erst recht für Leute, die aufgrund chronischer Leiden oder Krankheiten noch viel öfter zum Arzt müssen. Ein Patient ist halt mehr als die Summe seiner einzelnen (kranken) Teile.

Bei diesen 3 Technologien bin ich altmodisch

Als Technologie-Journalistin ist man meist zwangsläufig early adopter. Zwar landen nicht alle neue Gadgets im eigenen Besitz, aber man kommt schnell dazu das neueste iPhone, das letzte Tablet oder die aktuellste Smartwatch auszuprobieren. Jetzt hab ich auch gerne immer ein (fast) aktuelles Smartphone und einen nicht zu alten Laptop, aber bei einigen Technologien muss ich sagen: danke, aber nein danke.

E-Book-Reader: ja, sie sind praktisch und leicht und man kann immer und überall Bücher nachkaufen. Aber obwohl ich keine Print-Zeitungs- und -Magazin-Leserin bin (oder nur sehr selten), fehlt mir beim E-Book die Haptik des Gedruckten. Mir fehlt der Geruch vom Papier und die Coverart. Man kann mit E-Books auch keine Türmchen am Nachtkastl bauen und keine Regale schmücken. Eine Wohnung ohne Bücher ist auch rein optisch wie ein Hotdog ohne Senf. Oder Fiaker ohne Hut. Fehlt was.

Wearables: ich probier sie gerne aus und schau mir neue Gadgets gerne an, aber tragen werden ich sie so bald nicht. Smartwatches erstens nicht, weil mich schon normale Uhren am Handgelenk sehr stören, zweitens weil die aktuellen Modelle einfach unfassbar hässlich sind. Und weil ich außerdem ohnehin jede Minute am Smartphone hänge. Da brauch ich nicht noch ein weiteres Gerät, das mir mitteilt wann ich eine Nachricht bekommen habe oder wann es Zeit ist, der Schwester zum Geburtstag zu gratulieren. (Morgen übrigens, steht eh am iPhone). Gleiches gilt für Datenbrillen im Alltag. Setz ich mir doch nicht auf, wenn ich schon meine normale Brille nicht aufsetze und stattdessen Kontaktlinsen trage. (Fitnessarmbändern nur für Sport könnte ich schon etwas abgewinnen, aber bei meiner bevorzugten Sportart, dem Indoor-Rudern, bringen GPS-Tracker jetzt nicht sehr viel.)

Smart TVs – derzeit zumindest: ich habe noch immer einen Röhrenfernseher zu Hause. Er müsste jetzt ca. neun Jahre alt sein. Für den Fall, dass ich fernsehen will, tut er es noch immer. Kommt seit längerem höchstens einmal im Monat vor. Wenn überhaupt. (Da können sich die Sender bei Netflix bedanken). Wenn er den Geist aufgibt, kaufe ich mir natürlich einen Flatscreen. Ich bin also nicht grundsätzlich gegen Smart TVs, sondern sehe nur keinen Grund, wieso ich mir einen anschaffen sollte, solange meine Röhre noch röhrt. Was mich an Smart TVs dann aber doch stört sind integrierte Kameras und Mikrophone. Das will ich nicht im Wohnzimmer, auch die Webcam meines Laptops ist überklebt.

Dafür sind Smartphone und Laptop ganz zentrale, persönliche und wichtige Utensilien für mich. Privat und beruflich. Mehr brauch ich nicht.

Mein Name ist Birgit und ich bin ein Online-Junkie

Ich sag’s wie’s ist: das Internet überfordert mich allmählich. Der ständige Schwall an Informationen, in den man permanent über Smartphone (unterwegs), Laptop (zu Hause) und Desktop (in der Arbeit) freiwillig eintaucht um ja nichts zu verpassen. Ich habe Netflix. Hurra. Jetzt kann ich stundenlang am Abend in Serien und Filmen surfen und mich erst recht nicht entscheiden, was ich sehen will. Fast stündlich auf Twitter und Facebook nachlesen, was Bekannte, Kollegen, Freunde treiben. Auch in der Freizeit Arbeits-E-Mails checken. Und im Urlaub in jedem Restaurant nach freiem WLAN suchen, um Fotos posten zu können.

Mir wird das alles zu viel. Ich merke, dass es mir öfters schwer fällt mich durchgehend zB auf einen Filmen zu konzentrieren ohne aufs Handy zu schauen. Mehrere Stunden konzentriert ein Buch zu lesen oder entspannt in einem Magazin zu blättern, ohne Mails, und Social Media immer im Hinterkopf zu haben. Und jetzt reicht’s mir damit.

Was also tun? An einen kompletten Internet-Entzug ist nicht zu denken. 1. weil ich ein von Grund auf sehr neugieriger Mensch bin und wissen will, was in der Welt (online und offliche) passiert. 2. weil Social Media meine Kommunikationsquelle Nr. Eins zu Freunden/Kollegen/Bekannten ist (ich telefoniere höchst ungern). Und 3. – und auch nicht ganz unerheblich – weil es beruflich gar nicht gehen würde.

Aber teilweise kann ich das Online-Junkie-Verhalten schon zurückfahren. Die ersten beiden Schritte: ich ziehe mich aus Google+ zurück und ich nehme mir vor, täglich ab 18 Uhr sowie an dienstfreien Wochenenden und Feiertagen ganztägig keine beruflichen E-Mails mehr zu lesen. Warum ich euch das in einem Blogeintrag erzähl, weiß ich zwar auch nicht ganz, aber das gehört wohl zum Online-Junkie-Sein.

Best-of dümmste Argumente gegen das Binnen-I

„… wir Deutschen haben die Erfahrung gemacht, dass es nie zum Vorteil war, wenn der Staat dem Volk die Schreib- und Sprechweise vorschreiben wollte.“ – (Bastian Sick auf die Frage der Wiener Zeitung, ob Gendern in Deutschland ein so großes Thema sei wie in Österreich.)

Dumm weil: Rechtschreibung unterliegt nunmal Vorschriften, auch in Deutschland. Sonßt Könte mann Auch, soo Schreiben“.“ Kreativ, aber beim Durchlesen von Versicherungspolizzen vielleicht dann doch etwas zu kreativ.

„MitgliederInnen sind hässlich.“ (Wieder Bastian Sick im Interview mit der Wiener Zeitung.)

Dumm weil: das sprachliche Gendern hier (meiner Meinung nach) sowieso falsch angewendet wird, da das Wort Mitglied sächlich ist. Beim Gendern geht es aber darum, dass die männliche Form nicht automatisch auch die weibliche inkludiert. Eine Sache ablehnen, nur weil irgendwer, irgendwo, irgendwann einen Blödsinn fordert, ist blöd.

Frauen sind mitgemeint. 

Dumm weil: Frauen keine Subspezies der männlichen Bevölkerung sind und Männer wohl umgekehrt auch nicht mit „Bürgerinnen“ mitgemeint werden wollen.

Habt ihr keine ärgeren Probleme?

Dumm weil: nicht jeder erst den Nahost-Konflikt lösen kann, bevor man sich „weniger wichtigen“ Problemen zuwendet. Und wer entscheidet welches Problem wichtiger ist? Die Kirche, die Regierung, Bastian Sick?

Eine Minderheit (linker Kampfemanzen) drückt der Mehrheit ihre Meinung auf. 

Dumm weil: bei Änderungen der Rechtschreibung und Grammatikregeln sonst auch von einer Minderheit entschieden werden. So wie Gesetze oder die Eissorten beim Tichy.

Das Binnen-I stört den Lesefluss. 

Dumm weil: man sich auch andere Lösungen überlegen könnte, wenn es nur um den Lesefluss geht. Elendslange zusammengesetzte Hauptwörter können auch den Lesefluss stören. Eine ähnlich aufgeheizte Debatte gegen den Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän ist mir aber noch nirgends untergekommen.

Man kann Sprache, Schrift und Schreibweisen nicht so einfach ändern.

Dumm weil: wer kann noch Kurrent lesen, geht auf den Abort oder thenkt an sein herzeliebez vrouwelin?

Ich pfeif‘ auf diese Bundeshymne

Die österreichische Bundeshymne ist mir so dermaßen Powidl, ich könnte ein dutzend Germknödel damit füllen. Ob da nun Heimat großer Töchter, Söhne oder Schnitzel steht, es berührt mein persönliches Leben nicht. Kommt da jetzt ein aber? Natürlich. ABER: die Vehemenz wie sich manche Personen dagegen wehren, dass Frauen in der Bundeshymne erwähnt werden oder, dass Frauen in der deutschen Sprache wahrgenommen werden, die macht mich extrem grantig.

Ich möchte diese Leute fragen: was tut dir denn in deinem Leben persönlich so weh, wenn man Frauen in einem Lied oder in der deutschen Sprache inkludiert. Das Binnen-I ist nicht beste Lösung für den Lesefluss, aber es gibt auch andere Möglichkeiten. „Genderwahnsinn!“, schreien sie dann. Na gut, wir können es auch umdrehen und nur mehr die weibliche Form verwenden mit dem Hinweis „der männlichen Form wurde gedacht“. Besser so? Ja, dachte ich mir.

Ich sag‘ euch etwas: Frauen sind die Hälfte der Weltbevölkerung, man kann uns nicht einfach ignorieren oder wegretuschieren.