Wie schmeckt eigentlich zuckerfreie Schokolade?

Als mit Fructoseintoleranz leben müssende Person darf ich nicht nur Obst und bestimmte Gemüsesorten nicht essen. Was viele nicht wissen: auch Süßigkeiten sind Tabu weil im normalen Haushaltszucker (Saccharose) auch Fructose (Fruchtzucker) drinnen ist. In meinen superschlauen Kochbüchern steht zwar drinnen, dass man Fructose besser verträgt, wenn man etwa gleich viel Glukose (der andere Bestandteil der Saccharose, besser bekannt als Traubenzucker) zu sich nimmt. Dazu kann ich nur eines sagen: das ist Bullsh… Blödsinn.

Schokolade, Eis, Kekse, Smoothies und Shakes, Kuchen und Torten, Schnitten, Gummizeugs – wonach es einen auch immer es euch gelüstet ist verboten. Zum Selberbacken gibt es zwar zum Glück gute Alternativen, mit denen Zucker ersetzt werden kann (z.B. Reismalz, Stevia, Kandisin, Sukrin oder einfach Trauberzucker pur). Einfach mal so aus dem Supermarkt etwas zum Naschen mitnehmen ist aber nicht drin.

In den USA (und bestimmt auch vielen anderen Ländern) gibt es eine größere Auswahl an traditionellen Süßigkeiten ohne Zucker. In Österreich – oh Wunder – kaum. Die bei uns im Supermarkt erhältliche Stevia-Schokolade, die vor ein paar Jahren groß gehyped wurde, ist für Fructoseintolerante keine Alternative. Denn darin ist als Ballaststoff Oligofructose enthalten. Und der ist für Menschen mit schnell beleidigtem Verdauungstrakt auch nicht ideal. Online kann man natürlich schon diverse Naschereien ordern, aber spontane Schokoladelust lässt sich damit nicht befriedigen.

Jetzt habe ich in einem Reformhaus bei mir ums Eck eine Schokolade mit dem Zuckerausstauschstoff Xylit (auch Birkenzucker genannt) entdeckt. Die einzigen Inhaltsstoffe: Kakaomasse, Xylit, Kakaobutter und Sonnenblumenlecithin. Alles bei Fructoseintoleranz unbedenklich sofern man es in Maßen zu sich nimmt, bei übermäßigem Verzehr kann auch Xylit abführend wirken. Aber für ab und zu ein Stück Schokolade kein Problem.

Und wie schmeckt das Zeug jetzt, um zur Antwort des Titels zu kommen? Nicht in einem Wort: Absolut und ganz und gar scheußlich. Wieso es die Hersteller der Milkas und Kinderschokolades und Bensdorps und wie sie alle heißen nicht schaffen oder wollen, (gut schmeckende) zuckerfreie Alternativen anzubieten, ist mir ein Rätsel. Der Markt dafür wäre sicher groß, ist er für zuckerfreie Getränke schließlich auch. Ich kann dahinter nur die Lobby der Zuckerindustrie vermuten. Denen ein herzliches: Go fudge yourself!

PS: In diesem Zusammenhang empfehle ich John Olivers Beitrag über Zucker.