Bitte meint es nicht mehr gut

Mindestens so mühsam, wie die Ernährung als Mensch mit Fruktoseintoleranz ist die Erklärung für Menschen ohne Fruktoseintoleranz. Laktose, Gluten – ja, damit können viele etwas anfangen. Darf man keine Kuhmilch und keine Semmel essen. Bei Fruktose stehen schon mehr an. Und sie fragen nach. Wie das denn so ist, was man jetzt nicht essen darf und was passiert, wenn man es doch isst, und seit wann man das hat und woher das kommt. Und sie geben in ihrer Unwissenheit Ratschläge. „Aber hast du schon mal Soja-Eis probiert, das geht doch, oder?“ – „Soja ist mit* Wurscht, es geht um den Zucker.“ – „Ach ja. Und was ist mit Marmelade?“ – „D’oh.“

Ich weiß, ihr wollt verstehen, seid an einem interessiert, seid besorgt, wollt helfen, meint es einfach gut. Das ist sehr lieb, ich weiß das zu schätzen. Aber es ist auch kraftraubend, immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten. Denn natürlich merkt ihr euch das alles nicht immer und stellt beim nächsten Mal dieselben Fragen. Ihr fragt mir Löcher in den Bauch, der eigentlich lieber in Ruhe gelassen werden würde. Denn er hat mit den ganzen Fruktosemühen schon genug zu tun.

Also nehmt es mir bitte nicht übel und seid nicht beleidigt (auch wenn ihr eure Fragen in diesem Text vielleicht wiedererkennt): aber meint es bitte nicht mehr gut mit mir.

*) Edit: weil der Tippfehler so schön ist, lass ich ihn einfach stehen.

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