Pixels: Der sexistischste Film des Jahres

Adam Sandler und Kevin James in den Hauptrollen hätten mir eigentlich eine Warnung sein müssen, dass Pixels keine Offenbarung sein wird. Ich habe ihn trotzdem geschaut und meine Vermutung, dass dieser Film schlecht sein wird, wurde nicht enttäuscht. Allerdings waren daran weniger die unterirdischen Schauspielkünste Sandlers schuld, sondern das haarsträubende Frauenbild.

Pixels ist eine Komödie, in der Aliens die Videoaufnahme eines Arcade-Gaming-Wettbewerbs aus dem Jahr 1982 in die Finger bekommen, und sie als Kriegserklärung verstehen. In der Gegenwart kommen die Invasoren dann als Videospielfiguren auf die Erde – Galaga, Centipede, Pacman und Donkey Kong greifen an. Klingt so weit ganz lustig und ist optisch auch recht nett umgesetzt. Wären da nicht die Frauenfiguren. Insgesamt gibt es vier, das ist zwar immerhin mehr als in manch anderen Filmen, aber wie sie gezeigt werden, ist haarsträubend.

Nr 1: Die First Lady. Nicht weiter bemerkenswert, perfekt gestylt usw. und für die Handlung unerheblich.

Nr 2: Die britische Premierministerin. Kleiner Pluspunkt, dass es eine Frau ist. Dafür, dass sie kein Modelpüppchen ist, bekommt sie von Kevin James aber gleich ihr Fett weg. Sie erzählt, dass ihr Mann ihr eine Tasse mit „sexiest premier“ (oder so ähnlich) geschenkt habe. James antwortet darauf, dass der wohl etwas in ihr sehe, das andere nicht sehen. Das Aussehen einer durchschnittlichen Frau wird zum Lacher. Über das Übergewicht von Kevin James wird natürlich nicht gewitzelt.

Nr 3: Eine klassische MILF, die zwar einen „Männerjob“ bei der Army macht, dafür aber auch von ihrem Ehemann für eine jüngere verlassen wurde und heulend und saufend im Wandschrank hockt. Bis sie von Adam Sandler erlöst wird, der ihr aber auch vorwirft ein Snob zu sein, weil sie sich von ihm nicht bei erster Gelegenheit küssen lassen will. Er vermutet, dass sie williger wäre, wenn er Millionär und kein erfolgloser IT-Techniker mit ungeputzten Zähnen wäre. Darauf weiß die Frau natürlich nichts zu erwidern. Aufgeblattelt! Jetzt haben sie es den großkopferten Frauen, die Karriere machen, aber gezeigt.

Nr 4: Lady Lisa, eine weibliche Spielefigur mit Playboy-Bunny-Figur und -Outfit, die von einem der „Helden“ angehimmelt wird. Am Ende verwandelt sie sich in eine echte Frau, oder eher eine lebende Gummipuppe. Text hat Lady Lise nicht, sie sagt im Film kein einziges Wort. Zuerst droht sie sich noch gegen die Avancen zu wehren, dann gesteht der Nerd ihr seine Liebe, sie lässt die Schwerter und die Selbstachtung fallen. Kuss, keine Widerrede und am Ende gebärt sie einen Haufen Kinder.

Der Film zeigt gleichzeitig auch ein entsetzliches Männerbild. Gamer als ekelhafte, unattraktive, geistig entrückte Loser, die sich als ultimative Trophäe nur eine geile Braut wünschen. Wer sich bei so einem sexistischen Scheißdreck amüsiert soll bitte ins Jahr 1982 zurückgeschossen werden.

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